1988Raymond Babbitt
Rain Man
Eine der bekanntesten autistischen Figuren der Filmgeschichte und zugleich ein Bild, das die öffentliche Vorstellung jahrzehntelang verengte.
EINE KULTURELLE SPURENSUCHE
Wie Film und Literatur Autismus erzählen: prägend, berührend, manchmal klischeehaft. Eine kuratierte Sammlung zwischen Diagnose, Andeutung und Interpretation.
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Manche Werke benennen Autismus ausdrücklich. Bei anderen legen Text, Inszenierung oder Aussagen der Beteiligten eine Einordnung nahe. Und manche Figuren werden erst vom Publikum autistisch gelesen.
DIE SAMMLUNG
1988Rain Man
Eine der bekanntesten autistischen Figuren der Filmgeschichte und zugleich ein Bild, das die öffentliche Vorstellung jahrzehntelang verengte.
2003Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Ein fünfzehnjähriger Erzähler untersucht einen rätselhaften Todesfall und entdeckt dabei die viel größere Unordnung seiner Familie.
2011–2018Die Brücke – Transit in den Tod
Eine brillante Ermittlerin, radikal direkt, regelgebunden und oft ratlos gegenüber unausgesprochenen sozialen Erwartungen.
2017–2021Atypical
Sam sucht Liebe, Selbständigkeit und einen eigenen Platz im Leben. Seine Faszination für die Antarktis begleitet ihn dabei.
2017–2024The Good Doctor
Ein junger Chirurg mit Autismus und Savant-Syndrom muss sich fachlich und menschlich in einer hochhierarchischen Klinik behaupten.
seit 2022Extraordinary Attorney Woo
Eine hochbegabte Anwältin löst Fälle mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und sucht ihren Weg zwischen Anpassung und Selbstbehauptung.
2013Das Rosie-Projekt
Ein Genetiker entwickelt einen Fragebogen für die perfekte Partnerin. Dann begegnet er Rosie, die in kein vorgesehenes Feld passt.
seit 2015Sesamstraße
Julia ist vier Jahre alt, liebt Kunst und kennt viele Liedtexte. Manchmal braucht sie mehr Zeit, um auf andere zu reagieren.
seit 2005Millennium-Trilogie
Eine kompromisslose Hackerin mit fotografischem Gedächtnis, die Institutionen misstraut und ihre eigenen Regeln setzt.
seit 1887Erzählungen und Romane von Arthur Conan Doyle
Der berühmteste Detektiv der Literatur beobachtet kleinste Einzelheiten, versinkt vollständig in seinen Interessen und begegnet gesellschaftlichen Konventionen mit auffälliger Distanz.
seit 1920Kriminalromane von Agatha Christie
Poirot braucht Symmetrie, Ordnung und feste Rituale. Mit seinen „kleinen grauen Zellen“ erkennt er Muster, die allen anderen entgehen.
„Wenn du einen autistischen Menschen kennst, kennst du einen autistischen Menschen.“
Ein Satz, der daran erinnert: Keine Figur kann ein ganzes Spektrum vertreten.
WARUM DIESE SAMMLUNG?
Fiktion macht uns mit anderen Wahrnehmungsweisen vertraut. Zugleich wiederholt sie auffällig oft dieselben Motive: den männlichen Savant, das mathematische Genie, soziale Unbeholfenheit. Diese Sammlung würdigt starke Figuren und benennt ihre Grenzen.